Linda Teuteberg

Teuteberg: „Juden erleben alltäglich Hass, Gewalt und Verbrechen"

11.786 antisemitische Straftaten seit 2010

Antisemitismus ist in ganz Deutschland seit Jahren ein schwerwiegendes Problem. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei in Berlin. Die wenigsten Vorfälle ereignen sich in Süddeutschland. Das zeigen aktuelle Zahlen der Bundesregierung, die auf Anfrage der FDP-Bundestagsabgeordneten Linda Teuteberg öffentlich wurden.

Seit 2010 gab es bundesweit 11.786 antisemitische Straftaten in Deutschland, davon 327 Gewaltdelikte. „Das ist in Anbetracht von nicht einmal hunderttausend Mitgliedern jüdischer Gemeinden eine erschreckend hohe Zahl“, sagt die FDP-Innenpolitikerin Linda Teuteberg. „Hass, Gewalt und Verbrechen, die sich gegen ihre Religion oder Geschichte richten, ist für Juden in Deutschland immer noch eine alltägliche Erfahrung.“

Berlin ist Schwerpunkt antisemitischer Straftaten

Besonders häufig kommt es in Berlin kommt zu antisemitischen Ausfällen. Seit 2010 gab es hier insgesamt 1.649 antisemitische Delikte – das sind 14 Prozent aller entsprechenden Straftaten in Deutschland. Die Zahl der Taten ist damit, in Relation zur Einwohnerzahl, mehr als dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt. „Die rot-rot-grüne Landesregierung muss endlich handeln“, fordert Teuteberg. „Es ist unerträglich, dass Mitbürger jüdischen Glaubens sich in ihrer Hauptstadt nicht sicher fühlen können.“

Aber nicht nur in Berlin, auch in Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt ereignen sich antisemitische Delikte deutlich häufiger. Mit 24 bis 30 Vorfällen je 100.000 Einwohnern ist die Zahl entsprechender Straftaten ungefähr doppelt so hoch wie im Bundesschnitt. Vor allem in den süddeutschen Bundesländern werden hingegen deutlich seltener Delikte mit einem antisemitischen Hintergrund verübt.

Antisemitische Delikte seit Jahren auf hohem Niveau

Deutschlandweit wurden seit 2010 jedes Jahr über 1.200 antisemitische Delikte verzeichnet. Die meisten Vorfälle ereigneten sich 2014, als insgesamt 1.596 Vorfälle verzeichnet wurden. In diesem Jahr sind es bisher 696 Fälle, davon 17 Gewaltdelikte (Stand 31. Juli 2018).

„Antisemitismus ist in Deutschland seit Jahren ein großes Problem“, stellt Linda Teuteberg fest. Es sei gut, dass mit der Berufung eines Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung dem nun mehr Aufmerksamkeit gegeben werde. „Aber das kann nicht das Ende, sondern erst der Anfang einer intensiveren Auseinandersetzung mit Antisemitismus in Deutschland sein“, so Teuteberg.

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